Proteinurie und Embolierisiko

Proteine und Eiweiß

Information über Proteine und proteinreiche Nahrungsmittel

Proteine im Urin.

Jüngere Forschungsergebnisse legen nahe, dass hohe Proteinwerte im Urin mit der Bildung von Blutklumpen in den Venen oder Lungen einhergehen (Venenthromboembolie oder TEV). Die mit diesen Krankheiten assoziierten Proteine im Urin sind die Albuminproteine.

Die globale prozentuale Erscheinung der Venenthrombose in entwickelten Ländern liegt bei etwa 0.15 Prozent im Jahr, dabei schwankend zwischen den 0.0005 Prozent bei unter 15-jährigen bis zu den 0.5 Prozent der 80jährigen.

Bekannte Risikofaktoren für die venöse Thromboembolie beinhalten die Statis, eine Verlangsamung der normalen Fließgeschwindigkeit des Blutes und Veränderungen des Blutbildes. Trotzdem sind den Krankengeschichten der Untersuchung nach in 50 % der Fälle von venöser Thromboembolie keine dieser Risikofaktoren vorhanden.

Zu viele dieser Albumine genannten Proteine im Urin, auch Mikroalbuminiurie genannt (zwischen 30 und 300mg Albumine noch 24 nach Urinentnahme nachweisbar) werden mit verschiedenen Änderungen in einigen Verklumpungsproteinen assoziiert. Der Effekt der Störungen bei der Verklumpung ist eindeutiger bei einer venösen Thromboembolie als bei einer arteriellen Thromboembolie, d. h. bei der Bildung von Blutklumpen in den Arterien. „Daher ist es theoretisch wahrscheinlich, dass es eine Relation zwischen der Mikroalbuminurie und der venösen Thromboembolie gibt, auch wenn dieses Thema noch nicht abschließend untersucht worden ist“, lautet die Aussage der Autoren.

Analyse der Proteine im Urin und ihrem Bezug zur Embolie

Bakhtawar K. Mahmoodi vom Medizinischen Zentrum der Universität Groningen in den Niederlanden und seine Kollegen führten eine Studie durch, um die Beziehung der Mikroalbuminurie zur TEV zu untersuchen. Diese Studie begann 1997 und untersuchte eine Gruppe von Einwohnern in Groningen (Niederlande) im Alter zwischen 28 und 75 Jahren, die per Post an einer Umfrage teilnahmen und eine Urinproben abgaben, um die Konzentration des Albumin-Proteins im Urin zu messen. Von den Antworten (40.856) analysierte man eine Gruppe von 8592 Probanden mit der höchsten Konzentration von Albumin-Proteinen im Urin. Aus dieser Analyse holte man Daten über die Albuminurie und über die prozentuale Relation diese Proteine im Urin zum Risiko einer Herz- oder Gefäßkrankheit sowie Nierenkrankheiten.

Von den 8574 Teilnehmern mit Durchschnittsalter 49 Jahre bei 50 % männlichen Personen entwickelten 129 mindestens eine TEV im Versuchszeitraum von 8.6 Jahren, was eine Jahresinzidenz von 0.14 % ergibt, reichend von 0.12 % unter den Teilnehmern mit weniger als 15 mg/25 Albuminen im 24-Stunden Urin bis zum 0.56 % bei den Teilnehmern mit Albuminwerten im 24-stunden Urin über 300 mg. Diese Jahresfallzahlen betrugen 0.40 % mit Proteinüberschuss im Urin bei 0.12 % der Probanden mit normalen Albuminwerten im Urin.

Während der folgenden acht Jahre entwickelten 3% der Teilnehmer mit zu viel Albuminproteinen im Urin eine TEV, gegenüber nur 1 % der Teilnehmer mit normalen Proteinwerten im Urin. Die häufigste auftretende TEV war eine primäre venöse Tiefenthrombose (eine Blutverklumpung in einer tiefen Vene im Oberschenkel oder Bein) mit 57 %, gefolgt von einer Lungenembolie in 34 % der Fälle (Blutverklumpung in einem Blutgefäß der Lunge), während 9 % beides, also Venenthrombose und Lungenembolie erlitten.

„Die Tatsache, dass hohe Werte von Albumin-Proteinen im Urin eine hohe Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung haben (7,2%) legt den Schluss nahe, dass ein erhöhter Wert dieses Proteins im Urin ein wichtiger Risikofaktor bei einer TEV sein kann. Anders als die meisten TEV-Risikofaktoren, kann die Mikroalbuminurie mit Blutverdünnungsmitteln behandelt werden. Es ist notwendig, neue Studie zur Evaluierung der Medikamente auf das TEV-Risiko durchzuführen“, schlossen die Autoren.

Die Studie zur Beziehung zwischen dem Albumin-Protein im Urin und der Embolie ist in der Zeitschrift JAMApubliziert worden.

Bewertung: 4/5 (17 Voten)

Weitere Artikel zu Proteinurie und Embolierisiko